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Kleine Worte

Im Gemeindebrief Nr. 85 hatte ich Ihnen vorgeschlagen, mir Ihre kleinen Worte zu dem großen Wort „Auferstehung“ zu schicken. Ich habe Zuschriften bekommen und es haben sich schöne Gespräche daraus ergeben. Für diesen Austausch sei an dieser Stelle allen herzlich gedankt! Wir haben uns dazu entschlossen, aus den kleinen Worten eine feste Rubrik im Gemeindebrief und auf der Website zu machen.

Schenken und schicken Sie uns Ihre Gedanken, Bilder, Texte zu dem nächsten großen Wort „Heiliger Geist“ an kleine-worteping@ekpnpong.de oder als Brief ans Zentralbüro. Wir freuen uns darauf!

Pfarrerin Jasmin El-Manhy

Und hier sind sie, die kleinen Worte zu „Auferstehung“ von Menschen aus unserer Gemeinde:

Auferstehung


Auferstehung, damals ein ganz neues Wort. Wieder lebendig; doch nicht abgestraft werden. Wie kann man das so einfach glauben? „Einfach so“ geht auch überhaupt nicht. Dafür gibt es den Heiligen Geist. Wir müssen uns Ihm bloß unser Inneres aufmachen.
Maria Magdalena konnte es begreifen; nein, „begreifen“ durfte sie Ihn nicht; aber Jesus hat ein wenig nachgeholfen, dass sie es wusste.
Eine Frau als erste? Na, so was! Und das damals! Der erste Missionsauftrag. Nachdem sie auf die Wahrheit hingestupst wurde, rannte sie sicherlich den ganzen Weg zu den traurigen und verängstigten Jüngern. Das sollten sie erfahren; nichts war wichtiger.
Damals hat Jesus die Aufgabe des Heiligen Geistes mit übernommen.
Manchmal bete ich: „Lieber Herr, Heiliger Geist, ich danke Dir für den Glauben! Bitte hol ihn immer wieder hoch, wenn er runter zu rutschen droht; und mach uns sensibel für das, was du von uns erwartest. Amen.“

Ilse Vahl


Ich habe ein Bild an der Wand, auf dem steht: Why do we stand up knowing we will be knocked down again? Der Satz steht über dem Bild eines Boxers, der „auf den Brettern“ liegt, vielleicht schon knockout, vielleicht kurz davor. Wenn der Boxer aufsteht, bekommt er vielleicht viel Geld, Ruhm, oder aber er muß aufstehen, weil es die Regel ist. Dabei will er vielleicht nichts mehr als liegen zu bleiben.

Auferstehung könnte auch sein, sich diese Frage: Why do we stand up... nicht zu stellen. Aber das wäre sehr einfach, das wäre, wie am Karfreitag schon immer an Ostersonntag zu denken. Draußen ist mehr Karfreitag als Ostersonntag.
Und nicht immer hat es Sinn, aufzustehen, aber vielleicht könnte das Auferstehung sein: eben doch aufzustehen MIT allen Fragen, allem Zweifel, allem Realismus – einfach doch weiterzumachen. Wenn ich ehrlich bin, sehe ich das auch nicht immer einheitlich, eher mal so, mal so. Aber irgendetwas muß auch mit den Frauen am (vielleicht leeren) Grab Jesu oder mit den Männern auf dem Weg nach Emmaus passiert sein, was sie in einer fast aussichtslos erscheinenden Lage weitermachen lassen konnte. Irgendwo dort kann ich mich mit dem Spruch auf dem Bild an meiner Wand wiederfinden.

Christoph Ullmann


Der jüdische Handwerker Jesus von Nazareth hatte ein Gespür dafür
was Gott mit seiner Welt, mit dem Leben auf dieser Welt will,
wie das Leben gefördert werden kann und sollte.
Er hatte Jünger und darüber hinaus gläubige Anhänger im Volk gewonnen.

Aber dann wurde der begnadete Prophet und Wundertäter gekreuzigt.
Er war nicht mehr! Was sollte nun werden?
Lebt er vielleicht nicht doch weiter? Seine Lehre ist doch wahr, soll sie vergessen werden?

Er erscheint seinen Jüngern, ja sogar seinen vormaligen Feinden (Saulus).
In der Folge erscheinen Berichte, Evangelien, Dogmen, die Lehre von der Trinität, Traditionen -
eben „große Worte“.

Ich möchte die „großen Worte“ nicht missen.
Wie oft war ich ergriffen
beim Singen und Hören geistlicher Musik,
beim Beten im Rahmen einer feierlichen Liturgie,
beim Bestaunen sakraler Räume!
Große Worte, Tradition, Glaubensbekenntnisse halten die Gemeinschaft der individuell unterschiedlich glaubenden Christen, halten die Kirche zusammen.
Von dogmatischen Glaubenssätzen, Wundern und auch von der Auferstehung sollten wir
in „kleinen Worten“ reden, dann verstehen uns auch kirchenferne besser.

Horst Moellhoff


Ich bin mit schwerer Erkältung zu Hause und habe große Probleme mit dem Flugzeugabsturz in den Alpen, den Angriffen auf das World Trade Center, den Massenmorden von Katyn, den Morden in Afrika und in dem riesigen „Nahen Osten“.

In dieser Situation an die Auferstehung als etwas Schönes zu denken, ist fast unmöglich, es geht eigentlich nur, wenn man das Schlimme vorher so drastisch erfasst, wie es war:
Komplett aussichtlose Situation (vor seinem Sterben ist Jesus verzweifelt, nach seinem Tode sind es seine Anhänger auch), dann doch: völlig unerwartete Möglichkeit, wie die Gruppe weiterleben kann.

Karl-Friedrich Vollprecht

 
Es ist nicht alles vorbei nach dem Tod.
Sondern das leben hier ist nur die Vorbereitung wie die Lehre auf den Beruf! 

Monika Neelsen