Kirchen
Großes Gemeinde- und Kiezfest am 4. Juli

Am Sonntag, dem 4. Juli 2010, ist es soweit: Das Doppel-Jubiläum 100 Jahre Eliaskirche und 100 Paul-Gerhardt-Kirche soll mit einem großen Gemeinde- und Kiezfest gefeiert werden. Auftakt ist um 11.00 Uhr mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel. Danach startet ein spannendes und buntes Programm auf Bühne und Straße, in der Elias-Kirche und im Kuppelsaal.
Für die Kinder unserer beiden Kindertagesstätten, der Christenlehre und der Singschule der Gemeinde ist dieses Fest mit den Anwohnern im Kiez der Schuljahresabschluss mit Blick auf die großen Ferien.
Den Einladungs-Flyer zum Download finden Sie hier >>
100 Jahre Elias und Paul-Gerhardt
100 Jahre Elias und Paul-Gerhardt

In diesem Jahr feiert die evangelische Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord 100 Jahre Paul-Gerhardt-Kirche und 100 Jahre Elias-Kirche in und mit der Gemeinde und den Menschen im Prenzlauer Berg. Mit zahlreichen Veranstaltungen wird an das runde Jubiläum gedacht. Auf dem Programm stehen Konzerte, Vorträge, Gottesdienste, ein großes Kiezfest und vieles mehr. Eine Übersicht über alle Termine finden Sie im Flyer, der an allen Gemeindestandorten ausliegt, und den Sie sich hier herunterladen können. Auf der folgenden Seite finden Sie außerdem eine Übersicht über die Jubiläumsveranstaltungen >>
Karte
Elias-Kuppelsaal

Elias-Kuppelsaal
Göhrener Str. 11 (Hinterhof) • 10437 Berlin
(Tram M 2, 10 Danziger Straße)
Gottesdienst sonntags um 9.30 Uhr
(mit Kindergottesdienst)
Gemeindebüro Elias
(im Durchgang Treppe links)
Öffnungszeiten: Mi 16–19 Uhr
Tel. (030) 4 42 63 31
Fax: (030) 44 05 62 18
Zur Geschichte
Am 3. Juli 1910 wurde die Elias-Kirche, erbaut von Gustav Werner, ein roter Klinkerverblendbau in der Senefelderstr. 5, feierlich eingeweiht. Ihren Namen erhielt sie nach dem Propheten des Alten Testamentes (1. Könige, Kap, 17 folgende) aus der frühen israelitischen Zeit. In den Jahren 1960/61 fand eine konsequente Umgestaltung des Kirchenschiffes statt, in deren Verlauf der in neogotischem Stil gestaltete Holzaltar, die Taufe und die Kanzel einer nüchternen Sachlichkeit weichen mussten.
Nach mehr als 90 Jahren wurde dann die Kirche 2001 an das »Kinder- und Jugendmuseum« für 75 Jahre verpachtet, da die Kosten für eine notwendige umfangreiche Sanierung weder von der Gemeinde noch der Landeskirche aufgebracht werden konnten. Aus der Kirche wurde der originale Taufstein gerettet und restauriert und schmückt nun den Innenraum des Kuppelsaales. Außerdem läuten die Glocken nach wie vor jeden Tag um 12 und 18 Uhr und zu allen Gottes-diensten, die nun im Gemeindehaus Göhrener Straße 11 stattfinden, wo auch das gesamte Gemeindeleben seinen Ort hat.
Erbaut wurde das Gemeindehaus in den Jahren 1927/28 von Otto Werner (1885- 1954), der ein Gemeindezentrum in spätexpressionistischem Stil entwarf und baute. In Anlehnung an die Fassade der Kirche gestaltete er die Aussenfassade des Hauses mit rotbraunen Klinkern, und am Eingang des Hauses und der Durchfahrt schuf er spitzbogige Portale, um die Zusammengehörigkeit beider Gebäude zu betonen.
In den Brüstungen der Erker befinden sich drei vergoldete Medaillons mit den Portraits des Propheten Elias mit dem Raben (unten), der Heiligen Barbara (Mitte) und dem Erzvater Abraham (1. Mose Kapitel 12 folgende). Der Bildhauer Alfred Ehlers hat diese Figuren geschaffen. Am Gebäude im Hof befinden sich vier Terrakotta-Plastiken von demselben Künstler, die beide ein Buch oder besser eine Schriftrolle in den Händen halten. Sie werden als Repräsentanten des Alten und Neuen Testamentes gedeutet. Die Durchfahrt zum Hof ist mit einem Kreuzgratgewölbe überspannt und das Eingangs- und das Hofportal sind mit großflächigen Glastüren versehen. Die Treppe, die zum Treppenhaus führt, zeigt in ihrem Scheitelpunkt einen Christuskopf.
Das Haus erlebte eine wechselvolle Geschichte, die die kirchliche und gesellschaftliche Situation dieser Zeit widerspigelt. Bis zum Ende des 2. Weltkrieges befanden sich im Vorderhaus vier Pfarrwohnungen mit dazugehörigen Konfirmandensälen, die Küsterei und im Seitenflügel der Kindergarten und die Diakonissenstation. Der »Große« Saal – heute Kuppelsaal – wurde als Theater- und Kinosaal geplant und genutzt. Nach Kriegsende wurde das Gebäude von der sowjetischen Militäradministration requiriert. Die Redaktion der »Täglichen Rundschau« zog im Mai 1945 ein und blieb bis zum Sommer 1946. Danach wurde das Haus zum »Grand Hotel« umfunktioniert. Bis dahin durfte die Gemeinde im »Großen Saal« Gottesdienste abhalten, denn die Kirche war durch Kriegsschäden nicht benutzbar. Vom 7. bis 10. Oktober 1946 fand dort die erste Provinzialsynode statt, auf der Otto Dibelius zum Bischof der Evang. Kirche von Berlin-Brandenburg gewählt wurde. 1947 wurde das Gemeindehaus zusammen mit anliegenden Häusern der Göhrener Straße durch sowjetische Dienststellen beschlagnahmt und erst im Januar 1952 der Gemeinde zurückgegeben.
Heute befinden sich hier Mietwohnungen, Gemeindesäle, Büroräume und der Ev. Kindergarten. Das Zentrum des Gemeindelebens ist der mit Kupfer gedeckte Kuppelsaal, ein Rundbau mit Bühne und zur Hofseite hin mit bleiverglasten, gelblich getönten Fenstern. Den oberen Abschluss der Kuppelschale bildet das Oberlicht, das aus Glassegmentscheiben zusammengesetzt ist und den Raum in ein warmes Licht taucht. Nach umfassender Sanierung in den Jahren 1973/74 erstrahlt der Saal nun wieder in seiner ursprünglichen Gestalt und auch das in den Kriegswirren verloren gegangene goldene Kreuz mit der Weltkugel schmückt wieder den Dacherker vorn an der Kuppel. Das Gemeindehaus mit seinem wunderschönen Kuppelsaal wird das ganze Jahr über in vielfältiger Weise genutzt. Alle Gottesdienste, Taufen und Trauungen, Konzerte und viele festliche Veranstaltungen finden im Kuppelsaal statt und in den Gemeinderäumen herrscht reges Treiben. Die Kinderarbeit hat hier ihr Zuhause, verschiedene Gemeindekreise, der Elias-Chor und viele andere Aktivitäten finden in den Räumen statt. Die Großzügigkeit und Zweck-mäßigkeit des Gebäudekomplexes ermög-lichen ein buntes und vielgestaltiges Gemeindeleben ganz unterschiedlicher Menschen, Gruppen und Generationen und bieten vielen Gästen Raum.