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"Gebete erfinden" - Passionsprojekt 2014

Vom Freundeskreis PASSION unserer Kirchengemeinde wurde in diesem Jahr die Künstlerin Katharina Grosse eingeladen, in der Passionszeit mit einer neuen Arbeit das Altarbild in der Paul-Gerhardt-Kirche von Gerhard Noack (1910) zu verhüllen. Eröffnung am 9. März 2014, Passionskonzert am 6. April 2014, Laienandacht mit musikalischer Aktion am 12. April. Alle sind herzlich eingeladen Der Eintritt ist frei. Mehr Infos zum Projekt >>

Lebensraum Kirchturm

Seit Jahren nisten Falken im Turm der Paul-Gerhardt-Kirche und ziehen dort regelmäßig ihre Jungen groß. Mit einer kleinen Kamera ist es unserem Gemeindemitglied Hartmut Wöller gelungen, Bilder der jungen Turmfalken einzufangen. Ein Ausschnitt dieses Films ist jetzt auf youtube zu sehen.

Da der Schutz der gefiederten Mitbewohner ein Anliegen der Gemeinde Prenzlauer Berg Nord ist, bewirbt sie sich in diesem Jahr um die Anerkennung durch den Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Weitere Informationen zum Projekt "Lebensraum Kirchturm" finden sie auf der Internetseite der Umweltorganisation.

Lesen Sie auch den Artikel zum Thema Turmfalken in unserem Gemeindebrief April/Mai 2012 (S. 27)


Karte


Paul-Gerhardt-Kirche

Paul-Gerhardt-Kirche
Wisbyer Str. 7 (Hintereingang Kuglerstr. 15) • 10439 Berlin
(Tram M1, 13 Wisbyer Straße)

Gottesdienst sonntags um 9.30 Uhr

Familiengottesdienst am 1. Sonntag im Monat um 11.00 Uhr
Krabbelgottesdienst 1x pro Monat um 11.00 Uhr - Termin-Übersicht >>

Gemeindebüro Kuglerstr. 15
Öffnungszeiten
Mi 10–12 Uhr & 17–19 Uhr
Fr 10–12 Uhr
Tel. (030) 4 45 74 23
Fax: (030) 44 71 95 04

Zur Geschichte

Durch den enormen Bevölkerungszuwachs Ende des 19. Jh. und Anfang des 20. Jh. in Berlin kam es zu mehreren Gemeindeneugründungen in den damaligen Stadtrandbereichen. So wurde 1907 auch die „Kirchengemeinde Gethsemane II (Nord)“ als Tochter der Gethsemanegemeinde mit ihrem ersten Pfarrer Hörnicke neu gegründet. Auf Beschluss des Gemeindekirchenrates benannte sich die neue Gemeinde 1908 nach dem bekannten Liederdichter Paul Gerhardt.  Nach der Bereitstellung des Kirchenbaugrundstückes in der Wisbyerstr. 7 durch die Stadtsynode wurde der Regierungsbaumeister a.D. Gustav Werner mit dem Entwurf einer Kirche beauftragt. Werner, ebenso beauftragt für den Bau der Eliaskirche in der Senefelder Straße, entwarf eine in die Häuserflucht integrierte Kirche auf quadratischem Grundriss mit zwei ebenfalls quadratischen Türmen und einer Klinkerfassade im neugotischen Stil. Generalsuperintendent Faber legte am 02. November 1908 den Grundstein für den Bau. Am 12. März 1910, dem 303. Geburtstag Paul Gerhardts, konnte die Gemeinde im Beisein des Kronprinzenpaares die Einweihung des Neubaues feiern.

Das Altarbild

Den Kirchenraum beherrscht das große Altarbild von Gerard Noack. Bauzeitlich umrahmt von der mit allegorisch stilisierten Bildern des Paradieses vollständig ausgemalten Rückwand des Chores ist das Bild des auferstandenen Christus im „Spätnazarener“-Stil Ausdruck des ästhetischen Zeitgeistes Anfang des 20. Jh.. Während sich auf Altären der Gotik und Frührenaissance die Kreuzigung Christi oft in einen Zyklus von Leidensbildern einfügt, wird auf Berliner Altären zur Zeit des Berliner Kirchbauvereins auf die Darstellung der Kreuzigung vorausgehender Leidensszenen verzichtet. Vielmehr waren die Autoren darauf bedacht, mit dem erhöhten, auferstandenen Christus dem gekreuzigten Heiland einen deutlichen Gegensatz an die Seite zu stellen. Das Altarbild in der Paul-Gerhardt-Kirche geht darüber hinaus. Die überdimensionale und alleinige Darstellung des Auferstandenen inmitten des als paradiesischen Garten mit Engelsfiguren gestalteten Chores ist Ausdruck für einen sentimentalen und verklärenden Blick in den letzten Jahren vor dem Ersten Weltkrieg. Theologisch lässt sich der auferstandene Christus vor der paradiesischen Landschaft als eschatologisches Motiv verstehen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges war die Darstellung umstritten. In der von materieller Not gekennzeichneten Nachkriegszeit, die jedes Ornament und den überladenen Stuck aus der wilhelminischen Zeit ablehnte, wurden in vielen Kirchen derartige Altarbilder entfernt. In der Paul-Gerhardt-Kirche blieb es trotz vieler Diskussionen erhalten. In den 1990er Jahren wurde es restauratorisch überarbeitet. Heute ist es eines der wenigen bauzeitlichen Kunstwerke in der Kirche. Die umgebende Ausmalung des Chores ist der Umgestaltung des Kircheninnenraumes 1959/60 aus Anlass der 50-jährigen Kirchweihe zum Opfer gefallen.

Weitere bauzeitliche Kunstwerke in der Kirche sind ein ebenfalls von Gerard Noack als Kopie des Gemäldes in Lübben gemaltes Portrait von Paul Gerhardt sowie ein von Bildhauer Bernhardt modelliertes Bronzerelief Paul Gerhardts. Das Relief wurde 1910 in der Bronzegießerei Gladenbeck in Friedrichshagen gegossen. Die Firma Gladenbeck stand im späten 19. Jh. und frühen 20. Jh. an der Spitze der Berliner Kunstindustrie und hat u.a. die Bronzen für den Neptunbrunnen und die Victoria auf der Siegessäule geschaffen.

Verhüllung des Altarbildes

Im Jahr 2011 haben wir mit einer Reihe begonnen, in der jeweils ein über die Grenzen unseres Landes anerkannter und herausragender Künstler ein Bild gestaltet, mit dem das Altarbild der Paul-Gerhardt-Kirche mit der Darstellung des auferstandenen Christus für die Zeit der Passion verhängt wird.

 

 

Altarverhüllung 2014

Altarverhüllung 2013

Artikel in der Berliner Zeitung (PDF)

Altarverhüllung 2012

Altarverhüllung 2011

Artikel in der Berliner Zeitung (PDF)

Artikel im Tagesspiegel (PDF)