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Neuigkeiten
Benefizkonzert des GewandhausChores Leipzig am 1. Oktober 2012 in der Gethsemanekirche
Der GewandhausChor hat im März diesen Jahres eine Reise nach Indien unternommen, hat dort das Projekt dieser beiden Dörfer kennengelernt und Kontakt bekommen zu dem Initiator dieses Projektes, dem katholischen Journalisten und Tagore- Übersetzers Dr. Dr. Martin Kämpchen.
Was verbirgt sich hinter diesem Projekt?
Martin Kämpchen, der in Indien in der Universitätsstadt Shantiniketan unter sehr einfachen Bedingungen lebt und seinen journalistischen, schriftstellerischen und übersetzenden Tätigkeit nachgeht, bekam Mitte der 80er Jahre Kontakt zum Dorf Goshaldanga, ca. 100 km nördlich von Kalkutta. Mitte der 80er Jahre begann er Kontakt zum Dorf Goshaldanga, ca. 100 km nördlich von Kalkutta, aufzubauen. Dieses Dorf wird von Ureinwohnern, den Santals, bewohnt, Nachkommen derer, die schon vor der Besiedlung durch die Arier in Indien lebten. Sie hatten eine eigene Kultur und eine eigene Religion und wurden im Kastensystem der Hindus ganz unten angesiedelt. In der Zeit der Missionierung durch die Engländer ließen sich die Santals zu großen Teilen zum Christentum bekehren, wobei aber ihre eigene Kultur und ihre Stammesreligion fast vollständig verdrängt wurde und in Vergessenheit geriet. Ihre gesellschaftliche Stellung verbesserte sich dadurch aber nicht - bis heute.
Martin Kämpchen begann sein Engagement in Goshaldanga und später im Nachbardorf Bishnubati damit, Kinder zu unterrichten und Jugendliche zu Lehrern ausbilden zu lassen, die dann ihrerseits wieder Kinder im Lauf der Jahre zu Lehrern ausbildeten. Nur wer lesen kann, ist in der Lage, Verträge zu verstehen, er ist dann nicht mehr ungeschützt Großgrundbesitzern ausgeliefert, die es auf ihr Land und ihr Geld abgesehen haben.
Im weiteren Verlauf wurde die Infrastruktur verbessert, Obstbäume angepflanzt, ein Latrinen- Programm aufgelegt, die Ernährung verbessert und vieles andere mehr. Dies alles aber auf einem für uns Europäer sehr einfachem Niveau. Die Menschen leben in Lehmhäusern mit Reisstroh gedeckt, Strom kam erst vor wenigen Jahren und selbst die nächste Straße liegt einige Kilometer entfernt. Fast alle im Dorf leben von Reisanbau.
Mit diesen wichtigen Entwicklungen ließ es Martin Kämpchen nicht bewenden, er arbeitet mit den Santals daran, sich in der indischen Gesellschaft zu emanzipieren. So gibt es inzwischen Sendeplätze in der lokalen Rundfunkstation mit Musik- und Redebeiträgen aus der Kultur der Santals.
Martin Kämpchen ist in Deutschland durch seine Bücher bekannt. Er hat vor einigen Jahren bei einem Gemeindeabend in der Gethsemanekirche aus seinen Büchern gelesen und von seinem Projekt erzählt. Im Oktober kommt er gemeinsam mit dem GewandhausChor in die Gethsemanekirche.
Nehmen Sie die Gelegenheit wahr, den GewandhausChor zu hören, das Sitar- Spiel und die Lesungen von Martin Kämpchen über seine Erfahrungen in Indien und in "seinen" Dörfern. Sie werden Einblick in einen anderen Teil unserer Erde bekommen und werden mit Ihrem Eintritt eine gute Sache unterstützen.
Weiter informieren können Sie sich unter:
www.martin-kaempchen.com und
www.dorfentwicklung-indien.de
Der GewandhausChor Leipzig schreibt:
"Nach der Indienreise des GewandhausChores im März und der damit verbundenen Uraufführung von PRAN (Bernd Franke) in Kalkutta sollen Anfang Oktober zwei Benefizkonzerte zugunsten zweier indischer Dörfer in Berlin und Leipzig stattfinden. Der GewandhausChor wird gemeinsam mit dem Indienexperten und Tagore- Übersetzer Dr. Martin Kämpchen auftreten, der im Rahmen der Konzerte lesen und über seine Arbeit in Indien berichten wird.
Der Chor möchte damit zum einen an den deutsch-indischen Kulturaustausch anknüpfen und PRAN in Europa erstaufführen. Zum anderen soll mit dem Erlös der Konzerte auch unserer Dankbarkeit für die indische Gastfreundschaft Ausdruck verliehen werden. Die Einnahmen der Konzerte kommen dem Verein Freundeskreis Ghosaldanga und Bishnubati e.V. zu, dessen Gründungs- und Ehrenmitglied Dr. Martin Kämpchen ist."
Dorothea Simon- Zeiske,
Pfr. Christian Zeiske
09.09.2012, gug
