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Programm

Das vollständige Programm des Jahresthemas 2015 finden Sie hier zum Download >>

Ausstellungsstücke gesucht

Wer hat noch Briefe, Fotos oder andere Stücke, die an das Geschehen des Ersten und Zweiten Weltkriegs besonders in unserer Gemeinde, aber auch darüber hinaus erinnern, und würde sie für die Ausstellung leihweise zur Verfügung stellen? Bitte melden unter kulturausschussping@ekpnpong.de oder im Zentralbüro, Tel. (030) 4 45 77 45.

Kriegslied

‘s ist Krieg! ‘s ist Krieg!
O Gottes Engel wehre,
Und rede Du darein!
‘s ist leider Krieg –
und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!

Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen
Und blutig, bleich und blaß,
Die Geister der Erschlagenen zu mir kämen,
Und vor mir weinten, was?

Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten,
Verstümmelt und halb tot
Im Staub sich vor mir wälzten und mir fluchten
In ihrer Todesnot?

Wenn tausend tausend Väter, Mütter, Bräute,
So glücklich vor dem Krieg,
Nun alle elend, alle arme Leute,
Wehklagten über mich?

Wenn Hunger, böse Seuch und ihre Nöten
Freund, Freund und Feind ins Grab
Versammelten und mir zu Ehren krähten
Von einer Leich herab?

Was hülf mir Kron und Land und Gold und Ehre?
Die könnten mich nicht freun!
‘s ist leider Krieg – und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!

Matthias Claudius
(1778)

Jahresthema 2015: KRIEG

KRIEG – so lautet das Jahresthema der Evangelischen Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord im Jahr 2015. Der äußere Anlass ist schnell genannt, jährte sich doch 2015 der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum hundertsten Mal ebenso wie in diesem Jahr des 70. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs zu gedenken sein wird.

Krieg und Kirche, Krieg und Christentum, wie geht das zusammen? Sind Kirche und Christentum wirklich so weit vom Krieg entfernt, wie wir es gerne möchten? Oder gilt vielmehr Matthias Claudius‘ Feststellung, dass wir wohl alle nicht schuldig sein möchten, aber nur Gottes Engel den Krieg und die Schuld aller Menschen abwehren könnte?

Ist nicht vielmehr, wie Ulrich Greiner einmal schrieb, die Logik dieser Zivilisation, der wir unseren Reichtum und andere ihre Armut verdanken, die Logik des Krieges? Greiner schreibt: »Der Krieg der hochtechnischen Waffensysteme ist nur die sichtbarste und schrecklichste Entfesselung jener Kräfte, die wir täglich benutzen im Kampf gegen die Natur und gegeneinander. Der Krieg ist nicht die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, er ist die Fortsetzung unserer Zivilisation in ihrer konzentriertesten Form.«

Aber wie sieht es mit dem Pazifismus aus, den manche dem allgegenwärtigen Kriegstreiben im Großen und Kleine entgegenhalten wollen? Ist er die Lösung? Oder stimmt es, wenn Walter Laqueur schreibt: »Der Pazifismus ist ein Ideal, auf dessen Verwirklichung wahrscheinlich das Überleben der Menschheit beruht.

Man soll, man muss darauf hinarbeiten. Doch der Weg dahin führt nicht über die Illusion, dass Gewaltlosigkeit gegenüber Gewalttätern der beste, der einzige Weg ist zum ewigen Frieden.«?

Diesen und vielen damit in Zusammenhang stehenden Fragen wollen wir im Jahresthema 2015 in einer Ausstellung nachgehen, die Spuren der beiden Weltkriege in unserer Gemeinde sichtbar macht, in einem Orgelkonzert, das an den kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs gefallenen Komponisten Jehan Alain erinnert, in einer Stummfilmnacht mit Orgelbegleitung, in einer Aufführung von Igor Strawinskys ›Geschichte vom Soldaten‹ in einer eigens von unserem Kantor Oliver Vogt erarbeiteten Fassung für Sprecher, Violine und Orgel und in einer Predigtreihe.

Alle sind herzlich willkommen!

Der Kulturausschuss