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Veranstaltungen
RIAS Kammerchor - Werke von Liszt, Lasso, Palestrina
Dienstag, 24. April 2012
– 20.00 Uhr
Veranstalter: Rundfunk Orchester und Chöre GmbH Berlin
Ort: Gethsemanekirche
Franz Liszt
Via Crucis
Orlando di Lasso
"Domine, exaudi orationem meam, auribus"
Giovanni Pierluigi Palestrina
Stabat mater à 8
Franz Liszt
Invocation
Funérailles
Miserere d’après Palestrina
Ave Maria
Tobias Berndt, Bariton
Alexander Melnikov, Hammerklavier/Harmonium
Hans-Christoph Rademann, Dirigent
RIAS Kammerchor
Infos und Tickets:
Tel. (030) 20 29 87 25
Mail: tickets@rias-kammerchor.de
Achtung: Kein VVK im Gemeindebüro Gethsemane!
Ergreifende Gedankentiefe
Natürlich war es Bauchpinselei, als Papst Pius IX. ihn einmal generös meinen Palestrina nannte. Denn obwohl Franz Liszt 1861 in der festen Absicht nach Rom gegangen war, die von allgemeiner Verflachung bedrohte Kirchenmusik zu reformieren, obwohl er vier Jahre später sogar die niederen Priesterweihen erlangte, war der Vatikan an seiner Sakralmusik nie wirklich interessiert. Gleichwohl blieb der Komponist zeitlebens von dem Gedanken besessen, der geistlichen Kunst in Anlehnung an die mächtigen Überväter der Vergangenheit, Palestrina und Bach, ihre verlorene Erhabenheit zurückzugeben.
Während seine früheren Arbeiten vom Ideal einer Verbindung zwischen Kirche und Theater künden, große Gesten feiern, sich sogar in der geistlichen Klaviermusik seiner Harmonies poétiques et religieuses der religiösen Schwärmerei hingeben, lauten die Leitmotive seines Spätwerks: Konzentration, Strenge, Einfachheit. Die vierzehn Stationen seines klingenden Kreuzwegs, komponiert in schlaflosen Wochen des Jahres 1878, formieren sich so zu einem schmucklosen Leidenswerk von ergreifender Gedankentiefe. Erst 1929 uraufgeführt, über vier Jahrzehnte nach Liszts Tod, gehört die Via crucis ganz sicher zu den eindringlichsten Passionsmusiken der romantischen Epoche.
