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Karte

Stadtkloster Segen (Segenskirche)

Stadtkloster Segen
Schönhauser Allee 161 • 10435 Berlin
(U2 Senefelderplatz)

Das Stadtkloster hat eine eigene Homepage: www.stadtklostersegen.de

AbendbeSINNung sonntags um 20.30 Uhr
Aktuelle Gottesdienst-Übersicht

 

 

Gemeindebüro Segen
(rechter Aufgang parterre)
Öffnungszeiten
Di 17–18.30 Uhr
Do 9–11 Uhr
Tel. (030) 4 48 34 83
Fax: (030) 41 71 50 72

 

Zur Geschichte

In vielen Berliner Arbeiterbezirken war das Straßenbild um 1900 geprägt durch herrschaftliche Mietshausfassaden vor Hinterhöfen, in denen viele Familien auf beengtem Raum leben mussten. In den voran­gegangen Jahren hatten Stadtplaner neue Kirchen auf noch unbebauten, weiten Flächen als frei stehende Kathedralen oder Basiliken platzieren können. So war auch die Situation im Bezirk Prenzlauer Berg gewesen, wo im Norden des Kiezes die Gethsemanekirche und südlich des Bezirks die Zionskirche errichtet worden war.

Um die Jahrhundertwende war diese großzügige Bauweise auf freien Flächen nicht mehr möglich. Man errichtete nun viele Kirchen in der Häuserzeile oder auf dem Hinterhof, in unmittelbarer Nachbarschaft zu den anliegenden Miets- oder Geschäftshäusern. So auch die Segenskirche, die als Tochtergemeinde der Zionskirche gegründet worden war. Der Legende nach soll es dort an Karfreitag 1891 im völlig überfüllten Gottesdienst eine Schlägerei um die letzten freien Plätze gegeben haben. Ob diese Geschichte nun wahr ist oder nicht: Mit Sicherheit richtig ist, dass die Zionskirche gegen Ende des 19. Jahrhunderts für die vielen zugezogenen Arbeiterfamilien zu klein geworden war. Die Tochtergemeinde von Zion kaufte 1900 ein Grundstück in der Schönhauser Allee, das bereits bebaut war. Es stand ein Wohnhaus darauf sowie ein Lokal mit Kegelbahn und Kaffeegarten. Die Gebäude wurden abgerissen. Von 1905 bis 1909 wurde nach Plänen der Architekten August Dinklage, Olaf Lilloe und Ernst Paulus eine kirchliche Gesamtanlage in die Lücke ein­gepasst. Es entstanden ein Wohnhaus, ein Pfarr- und Gemeindehaus, der 75 Meter hohe Kirchturm und die Kirche, die – von der Straße aus nicht zu ­sehen – in einem Innenhof liegt.

Die Architekten griffen beim Bau der Segenskirche auf alte, bewährte Formen zurück. Im Sinne des Eklektiszismus bestand die Kunst darin, alles passend miteinander zu kombinieren. So entdeckt man bei der aus rotem ­Ziegelstein errichteten Fassade Elemente der Gotik – wie das hohe ­Eingangstor mit weitem Spitzbogen, Elemente der Renaissance – wie die mit Säulen gesäumten Balkongalerien, oder Elemente des Barock – wie den geschweif-ten, hoch aufragenden Fassadengiebel.

Im Kirchenraum wiederum werden klassizistische Elemente, wie zum Beispiel bei der Kanzel, die antike römische Stilelemente mit barocken Formen kombiniert.

Da die Segenskirche für eine große protestantische Gemeinde gebaut ­wurde, zog man mehrere massive Emporen ein, um möglichst viele Sitz­reihen unterzubekommen.

 

Stadtkloster Segen – ein Projekt der Communität Don Camillo und der Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord

Knappere Finanzen und der Wunsch, die ­verschiedenen Standorte der Kirchen-gemeinde zu profilieren, führten dazu, dass sich der Bezirk Segen entschied, nach einer neuen Zukunftsidee für das Gebäude an der Schönhauser zu suchen. Aus vielen Wünschen, Ideen und Gesprächen in den Ausschüssen entstand das Projekt »Stadt-kloster«: ein Ort, an dem Menschen gemeinschaftlich leben, beten und arbeiten und dadurch einen einladenden Ort schaffen für die Menschen aus dem Kiez und aus der Stadt.

Der Kirchengemeinde wurde klar, dass sie zur Umsetzung dieses Projekts auf die Unterstützung einer bestehenden Kommunität angewiesen wäre. Die Suche führte sie bis in die Schweiz zur Communität Don Camillo, einer kleinen Familiencommunität, die seit über 30 Jahren gemeinsames Leben einübt.

Im August 2007 sind zwei Familien und Alleinstehende nach Berlin gezogen.
Sie bilden die Kernzelle der Stadtkloster-gemeinschaft, die diesen Ort gestaltet.

Ruhe, Einkehr und Gebet, Orientierung an den Wertmaßstäben der Bibel, Einübung des christlichen Glaubens im Alltag, Bildung des Herzens – ein paar Stichworte zu den Inhalten, die das Stadtkloster vermitteln möchte. Gleichzeitig werden die Gebäude umgenutzt, Schritt für Schritt instand gesetzt und zu einem kleinen, gastfreundlichen Kloster umgebaut. So soll Lebensraum, Schutzraum und offener Raum zum Feiern entstehen für Menschen, die länger oder ­kürzer im Stadtkloster Segen wohnen.

Die Stadtklostergemeinschaft arbeitet im Auftrag der Evangelischen Kirche. Für die Finanzierung ihrer Aufgaben ist sie aber selbst verantwortlich und darum auf Spender und regelmäßige Sponsoren angewiesen; sei es für das Leben und Wirken der Stadtkloster­gemeinschaft vor Ort, sei es für die Umbau- und Renovierungsmaßnahmen an den Gebäuden. Helfen Sie uns, in die Zukunft zu investieren!

www.stadtklostersegen.de